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Interaktive Ausstellung: UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen

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Im Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf beschäftigt sich seit Ende August 2021 eine Jubiläumsausstellung mit der Entstehung und Entwicklung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Vor kurzem besuchte ich UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen.

Unser Land – meine zweite Heimat

Der Titel regte mich zum Nachdenken an. Ab wann ist ein Wohnort Heimat und „unser Land“ auch „mein Land“? Seit 2005 lebe ich mit einigen Unterbrechungen in Düsseldorf und habe die Bewohnerinnen und Bewohner des bevölkerungsreichsten Bundeslandes in Deutschland ins Herz geschlossen. Manche sind wie ich zugezogen, aber es sind genauso waschechte Rheinländer und Westfalen dabei. Ab und zu frage ich mich: Ist Nordrhein-Westfalen tatsächlich meine neue Heimat?

Manchmal vermisse ich meine ursprüngliche Heimat Brandenburg, vor allem in Bezug auf meine Familie und die Natur. Auf der anderen Seite weiß ich die Möglichkeiten, die all die Städte um mich herum bieten, zu schätzen. Auch hier gibt es grüne Flecken wie das Neandertal und die Eifel, wie Barbara berichtete. Und am Ende sind es die Menschen, die einen Ort zur Heimat werden lassen.

Einer von acht Themenbereichen

Bei der Ausstellung UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen geht es beim Heimatbegriff hauptsächlich um die Geschichte von Flüchtlingen seit 1946. Waren es nach Ende des Zweiten Weltkrieges vor allem Vertriebene aus den vormals deutschen Ostgebieten, die in den Westen Deutschlands zogen, kamen ab den 1970er Jahren Hilfesuchende aus Vietnam. Ebenso flüchten bis heute Menschen aus Kriegsgebieten wie Syrien nach Nordrhein-Westfalen und verleihen diesem Thema Aktualität.

Interaktiv können Besucherinnen und Besucher an einer Erhebung teilnehmen und angeben, woher sie selbst, ihre Eltern und Großeltern stammen. Schnell wird klar, dass viele das Thema Flucht in der eigenen Familiengeschichte wiederfinden.

Umwelt und Wirtschaft – aktueller denn je

Weitere Themenbereiche legen den Fokus auf Religion, Bildung und Erziehung, die Frauenbewegung sowie bewegende Ereignisse. Besonders erschütternd waren für mich jedoch die Bereiche Umwelt und Wirtschaft. Bereits in den 1960er Jahren warnten Wissenschaftler und Journalisten vor den Folgen der Umweltverschmutzung: tote Fische durch giftige Abwässer im Rhein oder Rußpartikel, die weiße Wäsche und Fenster verschmutzten. Die Diskussion ist also alles andere als neu. Die Politik und die Menschheit an sich hätten schon seit über 50 Jahren viel mehr tun können. Es gibt die Möglichkeit, in der Ausstellung Luftproben aus der Kohleindustrie, der chemischen Industrie und der Landwirtschaft zu riechen, um die Schadstoffe bewusster wahrzunehmen.

Auch der Wirtschaftswandel mit dem Ende des Steinkohleabbaus im Ruhrgebiet ist weiterhin aktuell, weil es die Braunkohle ebenfalls betrifft. Gleichermaßen im Westen wie im Osten der Republik zwingt die Abschaffung der Braunkohleförderung Menschen wie Politik zum Umdenken. Sogar eine Katze ist hier zu sehen, nämlich als Dieselkatze. 😉

Die Ausstellung, die noch bis Mai 2022 kostenlos zu sehen ist, lohnt sich mit ihren interaktiven Elementen und vielen Zeitzeugenberichten. Gäste dürfen die beiden Verordnungen 46 und 77, die die Gründung Nordrhein-Westfalens offiziell bestätigten, als Kopien mitnehmen. Ich konnte die Geschichte NRWs also nicht nur lesen, sondern mit allen Sinnen entdecken. Und dank des Aufbaus der Ausstellung können Besucherinnen und Besucher je nach Interesse ihren eigenen Schwerpunkt setzen.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

    1. Nine

      Vielen lieben Dank für das Lob, das freut uns sehr. 😊

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