Tierarztgeschichten

Tierarztgeschichten

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¡Hola queridos! Einen Lesetipp bekommt ihr heute von mir, Yoki. Perfektes Timing, denn diese Woche musste Nine mit uns tatsächlich zum Tierarzt. Seit 2013 leide ich an chronischem Husten und muss regelmäßig zur Tierärztin unseres Vertrauens. Die Besuche sind alles andere als angenehm. Ich bin jedes Mal sehr froh, wenn Finlay mitkommt. Seine Ruhe überträgt sich nämlich auf mich. Allerdings behagt uns beiden die Fahrt im Rucksacktrolley überhaupt nicht. Müssen wir dort hineinsteigen, dann ahnen wir schon, wohin es geht. Nine fuhr mit dem Fahrrad und trug uns in dem Rucksack auf dem Rücken. Nur Fliegen ist schlimmer. Gott sei Dank ist es nicht weit bis zur Praxis. Wegen der Pandemie warteten wir draußen. Es dauerte nicht lang und wir waren an der Reihe. Der schlimmste Moment ist für uns, sobald wir einzeln auf den Untersuchungstisch gehoben werden. Danach ging es schnell. Wiegen und Untersuchen für uns beide, Spritze bloß für mich. Wir waren wie immer erleichtert, als wir nach der Rückfahrt zu Hause ankamen.

Katzen beim Tierarzt

Passend zu unserem Erlebnis gibt es ein wunderbares Buch von Pete Wedderburn: Pet Subjects. Eine Freundin brachte es Nine aus dem öffentlichen Bücherschrank mit. Der Autor hat eine Kolumne bei der Zeitung The Telegraph und ist Tierarzt. In Pet Subjects beschreibt Wedderburn seine spannendsten Fälle. Seine Patienten sind nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch andere Tiere wie Schildkröten und Vögel. Ebenso wie beim Menschen ist es für den Tierarzt manchmal Detektivarbeit, um die Ursachen für Beschwerden zu finden. Der Autor beginnt mit einem Hundewelpen, der regungslos auf dem Bürgersteig liegt. Verantwortungsbewusst hält der Tierarzt mit seinem Auto an und kümmert sich um das kranke Tier. Die junge Hündin kämpft um ihr Leben, weil Würmer ihre inneren Organe stark angegriffen hatten. Mit dieser erschreckenden Schilderung verdeutlicht er, wie wichtig Wurmkuren und andere Vorsorgeuntersuchungen sind. Am eindringlichsten wirkt Wedderburns Appell, nicht sofort ans Einschläfern zu denken. Selbst nach Amputationen und mit Tumoren haben Tiere einen unbändigen Lebenswillen. Auch mit Behinderungen können sie viele schöne Jahre erleben, falls die Besitzer es zulassen. Natürlich bedeutet es mehr Aufwand und Kosten, aber sowohl bei menschlichen Beziehungen als auch bei Haustieren heißt es: „In Gesundheit wie in Krankheit.“ Pete Wedderburn ist jedoch genauso wenig dafür, Leid unnötig zu verlängern. Es ist ein schmaler Grat. Geld darf nicht – weder für den behandelnden Arzt noch für den Besitzer – der ausschlaggebende Punkt sein. Das Wohl des Tieres sollte an erster Stelle stehen.

Ich bin glücklich, denn Nine tut alles für unser Wohlergehen. Als sie mich adoptierte, war ich bereits krank. Doch das war für sie unerheblich. 2016 stand außerdem ein Tumorverdacht im Raum. Die Kosten für die Operation und Nachsorge waren für Nine zweitrangig. Viel wichtiger war es für sie, dass ich alles gut überstanden hatte und der Verdacht sich nicht bestätigte. Die Tierärzte geben ihr Bestes, um meine Beschwerden zu lindern, damit ich noch lange mit Finlay herumtollen kann.

Unser kleiner Abenteurer kann es wieder kaum abwarten, die Sonne im Garten zu genießen. In meiner Vergangenheit erlebte ich viel Schlimmes und deshalb bin ich sehr vorsichtig. Doch mit der Zeit werde ich mutiger und traue mich inzwischen auch ins Grüne. Das Gras ist einfach zu verlockend. Es wird langsam spät und Finlay freut sich auf seinen Schlafsessel.

Yoki und Finlay im Hausflur

Ich kuschele mich gleich an Nine und bin neugierig auf den nächsten Kulturbeitrag am Freitag.

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