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Verlockungen für die Sinne

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2016 besuchte ich erstmals das LWL-Freilichtmuseum in Hagen wegen des empfohlenen Weihnachtsmarktes. Doch nicht nur zu dieser Jahreszeit lohnt sich ein Spaziergang über das Gelände.

Blick auf das LWL-Freilichtmuseum Hagen

Im Gegensatz zu einer konventionellen Kunstaustellung lädt das Freilichtmuseum alle Altersgruppen dazu ein, eine Welt mit allen Sinnen zu erkunden, die es kaum noch außerhalb von Museen gibt. Nach dem Beton der Innenstadt sind die Fachwerkhäuser eine Wohltat für das Auge. Der Duft von frisch gebackenem Brot liegt in der Luft. Kühe muhen auf der benachbarten Weide. Alte Werkzeuge laden zum Ausprobieren ein und sorgen für manche Überraschung. Seile liegen beispielsweise eher glatt als rau in der Hand. Fast überall entdecken die Besucher lokal produzierte Spezialitäten. In den originalgetreu wiederaufgebauten Häusern gibt es neben Backstube, Brauerei, Tabakfabrik und vielen anderen Handwerksbetrieben auch einen ehemaligen Friseursalon.

Passend zur Geschichte der Frisuren gab es 2007 eine Sonderausstellung. Letztes Jahr kaufte ich vor Ort die Publikation Verlockungen. Die Kultur der Frisur von Lutz Engelskirchen, Sonja Zimmer und Kristina Nowak. Das Buch geht mit vielen Abbildungen auf die Frisurtrends ein, mit denen sich die Menschen seit Jahrtausenden individuell ausdrücken. Damals wie heute legen wir Wert auf gutes Aussehen. Dieses liegt zwar im Auge des Betrachters, aber Körperpflege folgte oft der jeweiligen Mode. Im Mittelalter vergnügten sich die Menschen in Badehäusern, während im Barock Wasser verpönt war. Die höheren Schichten verwendeten Puder sowohl für die Haut als auch für ihre Perücken. Ende des 18. Jahrhunderts wurde Natürlichkeit immer wichtiger. Eine weitere Entwicklung war im 19. Jahrhundert Schmuck aus Haaren, um an geliebte Familienmitglieder zu erinnern. Anfang des 20. Jahrhunderts hielt die Dauerwelle Einzug und die ersten Friseursalons entstanden, die nicht mehr exklusiv den Männern vorbehalten waren. Frauen mussten sich nicht länger nur von Bediensteten oder Angehörigen frisieren lassen. Heute ist es für die meisten selbstverständlich, zu einem Friseur oder Barbier zu gehen.

Haare sind ein Symbol für Attraktivität. Deshalb sind Styling und Kopfbedeckungen nach wie vor kontrovers diskutierte Themen. Gerade in Bezug auf Krankheiten, wie Haarausfall oder Krebs, sollte die Gesundheit jedoch an erster Stelle stehen.

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